Dr. Zeuner: Zur Nutzung neuer Medien im Magisterstudium Deutsch als Fremdsprache (DaF) an der TU Dresden - Beispiel Hauptseminar Landeskunde und Neue Medien
1. Ausbildungsziele im Magisterstudiengang DaF an der TU Dresden - Herausforderung für die Arbeit mit neuen Medien auch in geisteswissenschaftlichen StudiengängenDie Frage, warum gerade auch Studierende in einem geisteswissenschaftlichen Magisterstudium Erfahrungen mit rechnergestütztem Lernen, mit neuen Medien und mit dem Internet machen müssen, lässt sich zum einen mit dem allfälligen Schlagwort von der Informationsgesellschaft begründen: Erfahrungen mit dem Internet als Arbeitsmittel und Werkzeug, die Studierende während ihres Studiums sammeln, bereiten sie auf eine Zukunft in einer vernetzten Gesellschaft vor, sind Teil einer Vorbereitung auf mögliche künftige Lebens- und Arbeitspraxis. So gibt es beispielsweise kaum ein aktuelles Lehrwerk für Deutsch als Fremdsprache, das nicht die neuen Medien nutzt (vgl. dazu [2]) - sei es als Internet-Leitseite wie beim Lehrwerk Passwort Deutsch (Klett Edition Deutsch), sei es als Lernprogramm auf CD-ROM wie beim Lehrwerk geni@l (Langenscheidt). Jedoch auch Zielstellungen eines geisteswissenschaftlichen Magisterstudiums selbst begründen den Einsatz neuer Medien und Lehrformen. So legen die Empfehlungen der Fachgruppe DaF des Fachverbandes Moderne Fremdsprachen zur Entwicklung der DaF/DaZ-Studiengänge in den deutschsprachigen Ländern (Verabschiedet auf der Fachgruppentagung zur Entwicklung der DaF/DAZ-Studiengänge, Kassel, 3. bis 5. Juli 1997) Wert auf bestimmte Schlüsselqualifikationen: "Neben fachspezifischer Berufsqualifikation sollen das Erwerben von Schlüsselqualifikationen, wie beispielsweise Teamfähigkeit, die Fähigkeit zum Umgang mit Forschung und die Fähigkeit zu begründeten Entscheidungen durch die Praxis der Lehr- und Lernkulturen ebenso wie durch die fachlichen Inhalte in den DaF/DaZ-Studiengängen gefördert werden" [1]. SCHÖNERT beschreibt solche Schlüsselqualifikationen, also Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Kulturkompetenz als Kompetenzviereck. Fachkompetenz ist dabei "nicht als langfristig tragende Grundausstattung zu erwerben, sondern muß von Situation zu Situation immer wieder erneuert und umorganisiert werden" [8, S. 10]. Dazu gehört die Fähigkeit zum selbsttätigen autonomen Lernen und ein immer wichtigeres Werkzeug dazu wird das Internet werden, in dem nahezu unbegrenzt Informationen zur Verfügung gestellt werden können. Autonomes Lernen und das Nutzen dieser Informationsflut müssen jedoch gelernt werden. Die Methodenkompetenz löst SCHÖNERT in Teilkompetenzen auf, "wie in die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und zu beschreiben, und in die Fähigkeit Strategien zur Lösung der Probleme zu entwickeln und den Zusammenhang von Problemformulierung und Problemlösung zu reflektieren. Gefordert sind Sensibilität, Kreativität und Reflexivität im Aktionsfeld eines vernetzten und ganzheitlichen Denkens" [8, S. 10]. Das sind Fähigkeiten, die sich vor allem in handlungsorientierten Lernformen wie Projektarbeit entwickeln. Auch für die Ausbildung von Sozialkompetenz sind solche Lernformen ausgezeichnet geeignet, die durch neue Medien hervorragend unterstützt werden können. Die vierte Ecke im Kompetenzviereck, die Kulturkompetenz, führt zu einem thematischen Aspekt des hier vorzustellenden Hauptseminars Landeskunde und Neue Medien, in dem die Studierenden eine interkulturelle Lerneinheit für das Internet entwickeln sollen. Dazu mehr bei der Beschreibung des Hauptseminars. Diese Schlüsselqualifikationen bedenkend ist für die Ausbildung von Sprach- und Kulturvermittlern mit RÖSLER kritisch zu fragen, "ob Referate und Hausarbeiten, die kanonisierten autonomen Lernweisen an der Universität, so dominierend bleiben müssen, oder ob nicht mit stärker selbstorganisiertem arbeitsteiligem Projektlernen eine andere Lernerfahrung vermittelt werden kann, die dann weiterwirkt", denn "teachers teach as they were taught, not as they were taught to teach" [7, S. 17]. Gerade neue Medien eröffnen Möglichkeiten für ein solches "anderes" Lernen, das selbstgesteuert und kommunikativ ist (vgl. [5]). |